«Ihr schafft es, darstellenden Künstlern einen sicheren Raum zu geben, in dem sie mit Lockerheit, Konstruktivität und Spaß das eigene Wissen in der Praxis vertiefen und erweitern können.»

Nina Alexandra Singer

«Die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Herr Ghafouri in seinen Seminaren Schauspielern vermittelt, entsprechen sehr genau unserem Bedarf an kameratauglicher, schauspielerischer Qualifikation.»

Peter Freund, Producer Phoenix-Film

«Ich habe sehr viel lernen dürfen und können.»

Julian Weigend, Schauspieler

«Ich habe beruflich und menschlich viel bei Euch gelernt!»

Karl Maslo, Schauspieler

«Besonders 2 Dinge habe ich erfahren: Vor der Kamera "zu sein" macht viel mehr Spass als zu "spielen". Und: "Hilfe ich mag Marketing".»

Claudie Reinhard , Schauspielerin

«Lieber Norbert, … umso dankbarer bin ich Dir für das, was du mit der CCB und der Filmschauspielschule für Darstellende Künstler hierzulande erschaffen hast!»

Nina Alexandra Singer

«Die CCB ist eine Weiche in meinem Leben, ein Wegweiser. Sie eröffnet mir neue Möglichkeiten.»

Ueli Bänziger, Schauspieler

«Lieber Norbert, …danke: Eurer Seminar war sehr effektiv und wirklich empfehlenswert!!!»

Monika Barth, Schauspielerin

«Aus eigener Anschauung kann ich Ihnen bestätigen, dass die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Herr Ghafouri in seinen Seminaren Schauspielern vermittelt, sehr genau unseren Bedarf an kameratauglicher, schauspielerischer Qualifikation treffen.»

Peter Freund, Producer Phoenix-Film

«Ich werde euch auf jeden Fall weiterempfehlen!»

Victoria Valo, Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin

«Herzlichen Dank dafür, dass das Team der CCB es mir ermöglicht hat, ein so schönes und vor allem professionelles Interview zu drehen.»

Victoria Valo, Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin

«Die Ernsthaftigkeit und Professionalität, mit der ausgebildete Schauspieler ihre schauspielerische Qualität zu verbessern suchen und hier auch verbessern können, hat mich sehr beeindruckt.»

Harald Will, Agent

«Seit dem Sprecherworkshop durfte ich nun schon für SDI, Taunus und Cinephon synchronisieren – ich bin froh, dass ich den Kurs besucht habe!»

Jasmin Mauter, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

«War eine gute Zeit!»

Erwin Bruhn

«Die Zusammenarbeit mit Marion Schöneck und Angelika Ziffer war einfach großartig.»

Jasmin Mauter, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

«Diese Fortbildung hat mir den Weg geebnet.»

Heide Ihlenfeld, Schauspielerin und Sprecherin

«Das Angebot 'Shot in one Take' war für mich ein großartiges Geschenk – vielen Dank!»

Julia Henke, Schauspielerin

«Ich bin dankbar für die Erfahrung, die neuen Freunde und für das, was ich hier lerne!»

Hubertus Geller, Schauspieler

«Wem seine Zeit kostbar ist, der hat sie bei Euch gut angelegt!»

Kai van Harten, Schauspieler

«Es hat sich wirklich gelohnt!»

Jasmin Mauter, Schauspielerin und Musicaldarstellerin

«…meine Versuche, eine Management-Agentur zu finden, waren erfolgreich. Dabei war das Demoband, das ich bei Euch gedreht habe, sehr hilfreich. Wem auch immer ich es bisher gezeigt habe, war von der Qualität angetan.»

Regine Gebhardt, Schauspielerin

«... außerdem finde ich es schön, dass Eure Dozenten nicht nur qualifizierte Fachleute auf ihrem Gebiet sind, sondern auch Freude und Leidenschaft beim Unterrichten ausstrahlen.»

Nina Alexandra Singer

«Ich gehe nun mit dem Gefühl, etwas Gutes für meine Karriere getan zu haben, meinen Weg weiter.»

Patrizia Cavaliere, Schauspielerin

«Ich habe in diesem Kurs viel über mich und das Schauspielern vor der Kamera erfahren. Danke sehr!»

Donald Gollmann, Schauspieler

«Ohne das Schauspieltraining der Coaching Company hätte mir ein wichtiger Schritt auf meinem Weg als Schauspieler gefehlt! »

Songul Veral, Schauspielerin
15 Jahre Coaching Company Berlin

1995 hat die Coaching Company Berlin ihre ersten Filmschauspielseminare veranstaltet. Zahlreiche Schauspieler haben seitdem ihr Handwerk vor der Kamera trainiert und Szenen für ihr Demovideo gedreht.

Am 3.12.2010 feierten wir mit Schauspielern, Freunden, Kollegen und Kursteilnehmern, mit denen wir in vergangenen Jahren unserer Arbeit zusammengearbeitet haben.

Gäste einer Talkrunde zum Thema "Die sich verändernden Anforderungen des Marktes an Schauspieler" waren Ivo Alexander Beck (Produzent), Uwe Bünker (Casting Director), Ulla Skoglund (Agentur Fitz + Skoglund) und Axel Pape (Schauspieler).

Hier eine Zusammenfassung:

15 Jahre Coaching Company Berlin

Podiumsdiskussion am 3.12.2010 zum Thema: "Die sich ändernden Anforderungen des Marktes an Schauspieler"

Mit seinen Camera-Acting-Seminaren hat Norbert Ghafouri Mitte der '90er Jahre Pionierarbeit geleistet: Seine Coaching Company war die erste deutsche Ausbildungsstätte, die sich auf Schauspiel vor der Kamera spezialisiert hat. Anlässlich des 15. Geburtstags der Schule hat er Kollegen und Weggefährten zu einer Podiumsdiskussion nach Berlin geladen. Zu seiner Linken der Schauspieler Axel Pape und der Produzent Ivo Alexander Beck von der 90 Minuten Film Produktion, zu seiner Rechten die Agentin Ulla Skoglund von fitz+skoglund agents und Uwe Bünker von Bünker Casting. Ghafouri plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen, spricht über seine Anfänge als Schauspieler und Coach. Lange Haare habe er damals gehabt und ganz andere Rollen gespielt als heute. Was sich in diesen eineinhalb Jahrzehnten sonst noch verändert hat im Schauspiel-Geschäft, darum geht es in der folgenden Diskussion, die wir in Auszügen widergeben.

Norbert Ghafouri: Die erste Frage geht an Uwe Bünker. Uwe, du bist ja jetzt schon lange im Geschäft und kriegst die Bedürfnisse der Sender, der Produzenten, der Regisseure bei der Schauspielersuche hautnah mit. Was hat sich dabei im Laufe der Jahre geändert?

Uwe Bünker: Ein großes Problem ist heute wie früher, dass die meisten Schauspielschulen die Ausbildung für den Film außen vor lassen.  
Im Besetzungsprozess ist für mich eine große Untugend dazu gekommen: E-Castings. Meiner Meinung nach sollte der Regisseur einen Schauspieler, mit dem er arbeiten möchte, wenigstens mal angefasst haben und ihm in die Augen geschaut haben. Dasselbe gilt auch für die Hauptdarsteller untereinander.
Das grundlegende Problem ist heute der hohe Zeitdruck. Der führt oft dazu, dass man gewisse Schauspieler immer in den gleichen Rollen sieht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich ein Schauspieler, wenn ich ihm eine Rolle anbiete, die er noch nie gespielt hat, viel mehr Mühe gibt, weil er sich in dieser Rolle beweisen will. Da sollte man einfach ein bisschen mehr Mut haben.
Axel Pape: Ich würde Mut noch erweitern um Sorgfalt. Man möchte schnellen Erfolg haben, die tollsten Filme der Welt machen, die tollsten Quoten haben. Aber man vergisst oft, dass bestimmte Arbeiten einfach dazugehören. Alles nur schneller machen zu wollen, bringt nicht unbedingt was.

Besonders die Facharbeit eines Casters darf man – E-casting hin oder her – nicht vergessen.  Es ist eine Kunst, ein Ensemble zu komponieren oder jemanden gegen den Strich zu besetzen. Genau dazu ist ein Caster da. Manche Rollen verstehe ich selber erst mit dem Besetzungsvorschlag. Dieser fachliche Input sollte bestehen bleiben und geschützt werden.

Ulla Skoglund: Dass es E-Castings gibt, ist eine Tatsache. Ich finde, man muss das ein bisschen differenzierter sehen. Mit meinem Klienten überlege ich immer, ob ein E-Casting für die jeweilige Rolle sinnvoll ist.

Ganz extrem war das mal bei einem Kinofilm von einem bekannten Regisseur. Er handelt von einem jungen Mädchen, das Krebs hat und versucht ihrer Krankheit zu begegnen, indem sie aktiv nach vorne geht und in verschiedene Charaktere schlüpft. Die Produktion wollte ein E-Casting mit mehreren Szenen, bitte aber so und so geschnitten, alles ohne Regisseur: vor der Diagnose, nach der Diagnose, kurz vor der Chemo, verliebt, mein Freund verlässt mich, jetzt bin ich wieder auf dem Besserungsweg, kein Rückschlag – eine Art von emotionaler Bandbreite, bei der man definitiv mit einem Regisseur arbeiten müsste. Da kommt man schon ins Grübeln. Sagt man: Das boykottieren wir, dann werden halt 100 andere Mädels das Casting machen und meine nicht. Ich habe dann mit der Casterin telefoniert und gesagt: Wir können euch ein Glatzenbild liefern und eine Szene. Aber eine Woche Studio, das geht nicht. Ich kann daher zu meinen Klienten nur sagen: Machen wir einen Kompromiss, womit du leben kannst. ein Glatzenbild, eine Szene. Und wenn sie  dich weiter interessant für die Rolle finden, vielleicht kommst du dann ins richtige Casting mit dem Regisseur. Das ist ein Teil des Alltags, der sich sehr stark verändert hat. Muss dazu anmerken, dass es sich hier um eine junge nicht unbekannte Schaupielerin handelte.

Norbert Ghafouri: Die Frage, die sich beim E-Casting stellt, ist ja eindeutig: Wem bringt es was? Entstehen dadurch mehr Rollen für die Schauspieler? Oder ist nur die Auswahl, für die, die suchen größer? Ich habe das Gefühl, mehr Schauspielern wird die Hoffnung auf eine Arbeit, Rolle gemacht, aber es bekommen ja nicht mehr Schauspieler Arbeit. Am Ende werden die ganzen Kosten auf den Schauspieler abgewälzt und der hat nichts davon. Wenn vorher 50 Leute in Frage gekommen sind und plötzlich 500.

Uwe Bünker: Aufgrund der Diskussion um das E-Casting habe ich bei einem Casting-Workshop einen Test gemacht mit Leuten, die eine Busch-Ausbildung haben, die in Bochum waren, die in Rostock waren und wirklich über Erfahrung verfügen. Ich habe gesagt: Hier ist die Szene, die Synopsis kriegt ihr jetzt nicht schriftlich, die erzähl ich euch mal so. Am nächsten Tag hab ich die Teilnehmer spielen lassen und das aufgezeichnet. Und danach haben wir das Ganze noch mal gemacht, mit Kommentaren von mir. Ich maße mir nicht an, Regisseur zu sein, aber dennoch war das beim Ergebnis ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das ist für mich der schlagende Beweis dafür, dass E-Casting ohne Regisseur Quatsch ist. Es ist einfach eine Weitergabe von Kosten.

Ulla Skoglund: Aber für jemanden, der noch nicht das Material für ein Band hat, der noch nie richtig gedreht hat, ist das E-Casting durchaus eine Chance.
Ivo Alexander Beck: Ich kann dazu leider gar nichts zu sagen, ich hab das noch nie gemacht, ehrlich.

Norbert Ghafouri: Was hat sich für dich als Produzent im Laufe der Zeit verändert? Wie haben sich die  Anforderungen an die Schauspieler verändert?

Ivo Alexander Beck: Zu meiner Anfangszeit Ende der 80ziger, Anfang der 90ziger Jahre flossen noch Honig und Milch, jetzt fließen eher Schweiß und Tränen. Einiges hat sich für uns als Produzenten zum Besseren gewandelt, einiges auch zum Schlechteren. Früher waren wir glücklich, wenn wir gutes Personal bekommen haben. Als ich angefangen habe, begann ja der Boom bei den Privaten und es schossen auf einmal unheimlich viele neue Serien und Filme auf den Markt. Deshalb wurde wahnsinnig viel gedreht, und es gab zu wenige bekannte Schauspieler. Der Markt ist dann ziemlich auseinander gegangen, die Gagen sind unheimlich hochgeschossen. Das hat sich jetzt wieder normalisiert.

Eine der negativen Entwicklungen ist der enorme Druck, der jetzt  auf dem Schauspielermarkt herrscht. Befreundete Schauspieler erzählen mir manchmal, dass sie im Jahr gerade mal an drei, vier Tage gedreht haben, das sind zum Teil wirklich bekannte Schauspieler. Die Zeit ist unglaublich schnelllebig geworden. Ich habe auch schon erlebt, dass man Schauspielern direkt einen Quotenmisserfolg anlastet. Vom Sender heißt es dann, den nehmen wir jetzt nicht mehr. Das ist absurd. Ob ein Film funktioniert, dafür kann ein Schauspieler nichts. Er kann gut oder schlecht spielen, aber der Erfolg eines Filmes hängt nicht davon ab, ob ein Schauspieler gut oder schlecht agiert, das ist leider so. Am Ende entscheidet, ob das Thema den Zuschauer interessiert oder eben nicht. Da kann ein wirklich bekannter Schauspieler ein oder zwei Prozent Marktanteil ausmachen, mehr nicht.

Uwe Bünker: Ivo hat Recht, eine Sache, die sich verändert hat, ist, dass wir heute unglaublich viele Schauspieler haben, die Produktionen aber nicht in dem Maße gestiegen sind. Als ich als Caster angefangen habe, kam es vor, dass ich Schauspielern eine 2-Tagesrolle angeboten habe und die haben sie mir um die Ohren gehauen. Heute sagen die gleichen Schauspieler Dankeschön dafür. Die Zeiten haben sich verändert. Es ist alles ein bisschen weiter nach unten gerückt, auch die Gagen.

Ivo Alexander Beck: Ich kann mir vorstellen, dass wir hier in drei, vier Jahren Wochengagen haben werden.  Das kann auch für Schauspieler besser sein: Man zahlt ihm eine Woche, wenn er Glück hat, dreht er nur zwei Tage, wenn er Pech hat, muss er fünf drehen..

Mit Wochengagen, wie sie in England und Amerika üblich sind, können auch die Produzenten ganz anders disponieren. Es gibt ja so einen Mittelbau von guten Schauspielern, die schlicht und einfach auf zwei oder drei Produktionen arbeiten  müssen, sonst könnten sie nicht existieren. Wenn sich dann beim Dreh, zum Beispiel durch die Witterung der Drehplan verschiebt, heißt es: Sorry, an den  Drehtagen, der kann jetzt nicht mehr. Das würde sich durch die Wochengage deutlich entspannen, da der Schauspieler länger an das Projekt gebunden ist.

Norbert Ghafouri: Wie seht ihr die Perspektiven im fiktionalen Bereich? Schauspieler sind ja immer die letzen in der Nahrungskette. Ihr steht ein bisschen weiter vorne, ihr kriegt das etwas früher zu spüren. Was sind da für Tendenzen, wie sieht das in fünf oder zehn Jahren aus? Können wir da noch von unserem Beruf leben?

Ivo Alexander Beck: Ich glaube nicht, dass es ein Grundrecht gibt, als Schauspieler zu arbeiten. Am Ende wird es bei uns auch so werden  wie in den USA, es wird Schauspieler geben, die  von ihrem Beruf  bestens leben, und es wird Schauspieler geben, die einen bezahlten Nebenjob ausüben müssen, weil sie von ihrem eigentlichen nicht existieren können.

Axel Pape: Überlegen muss man sich aber, wem man raten kann, diesen Beruf zu wählen. Der Markt ist einfach zu klein für alle, die daran teilhaben wollen.

Ivo Alexander Beck: Ich denke die Lösung muss sein, dass wir international konkurrenzfähig werden. Wir sind einer der größten Märkte in Europa und wir produzieren fast nur  nationale Produkte. Das muß sich ändern.. Mit unserem kreativen und produktionstechnischem Knowhow sollte es uns gelingen, Serien und Filme, auch für den internationalen Markt, herzustellen. Dann hätte die Filmwirtschaft eine unglaubliche Zukunft in diesem Land.

Uwe Bünker: Und da haben wir eine große Chance mit der Europäisierung. Ich spüre es auch, dass immer mehr Koproduktionen kommen mit Österreich, zusammen mit Frankreich, das ist eine große Chance. Das wiederum erfordert, dass man zumindest Englisch sprechen sollte, und zwar einigermaßen fließend. Der Schauspieler muss an sich arbeiten, muss immer an sich arbeiten, das ist ganz ganz wichtig.

Norbert Ghafouri: Vor 15 Jahren gab es für eine Serie noch 15, 16 Drehtage, heute werden dieselben Sachen in sieben, acht, neun Drehtagen gedreht. Dann sind das dann auch keine Zehn-Stunde-Tage, sondern das sind 14 Stunden. Es wird immer mehr Programm rein gequetscht, und die Anzahl der Tage, an denen überhaupt produziert wird, nimmt  ab.

Ulla Skoglund: Was ich beobachte ist, dass früher durchaus mutiger und unbekannter besetzt wurde. Einige unsere heute sehr bekannten Schaupieler wären sonst heute nicht da, wo sie sind. Der Besetzungsprozess war offener und als Agent konnte man einen Ernst-Busch-Abgänger ohne Demoband und Quotennachweis schonmal für eine Hauptrolle in einem Fernsehfilm erfolgreich empfehlen. Da sehe ich heute als fast unmöglich an. Leider.

Ivo Alexander Beck: Redakteure gucken heute oft nur, welcher Schauspieler hat eine gute Quoten eingefahren, und der wird jetzt acht Mal besetzt. Es gibt Schauspieler, die drehen vier, fünf Filme für einen Sender. Da muss man als Agent aufpassen: Die Zuschauer übersehen sich ganz schnell an einem Schauspieler. Der Agent muss dann sagen: Jetzt ist gut, du machst drei Filme im Jahr, nicht sieben.

Axel Pape: Eigentlich möchte man als Zuschauer ja eine stimmige Rolle sehen und nicht immer zwangsläufig den gleichen Schauspieler, egal ob’s passt oder nicht. Das zu gewährleisten, dafür sind u.a. Caster und Produzenten da.

Ivo Alexander Beck: Der Sinn vom guten Besetzen muss wirklich sein, dass man einen Schauspieler auswählt, der so genau auf die Rolle passt, dass er hinter der Figur, die er spielt, verschwindet. Viele meiner Kollegen sind aber schon nach der Akquise eines Filmes so erschöpft, dass es dann beim Besetzen schon ganz egal ist, wer die Rolle spielt, Hauptsache man hat keine weiteren Schwierigkeiten.

Publikum: Was mich nervt, ist die Tatsache, dass immer irgendwer irgendwem was zuschiebt. Und dass ein Redakteur, auch wenn er unfähig ist, immer noch so eine Macht hat. Wo ist da die Transparenz?

Uwe Bünker: Ich mach jetzt seit 17 Jahren Casting und ich muss ehrlich sagen, ich nehme schon ganz gern mal einen Rat von Ulla an, nach dem Motto: Hast du an den schon gedacht? Das ist meiner Meinung nach durchaus eine positive Synergie.

Axel Pape: Ich finde diese Haltung des Austauschs sehr, sehr richtig. Als ich angefangen habe, hat mich das immer sehr erstaunt: Wenn jemand gesagt hat, ich hab da ein Projekt und man reagiert hat mit, toll, was ist es denn, hieß es oft: Darüber kann ich nicht reden. Da gab es viel Geheimnistuerei, gegenseitig geholfen hat man sich da wenig. Da wird man im Alter ein bisschen schlauer. Mein Gott, wir wollen guten einen Film machen oder eine Arbeit fürs Fernsehen, und warum soll man sich da nicht austauschen? Dass diese Haltung jetzt ein bisschen weiter verbreitet ist, ist definitiv eine positive Entwicklung.

Publikum: Insgesamt hört sich diese Diskussion für mich sehr pessimistisch an. Aber hier sind ja zukünftige Schauspieler. Gibt es etwas richtig Positives, was man den Studenten mit auf den Weg geben kann?

Uwe Bünker: Ich habe das Gefühl, dass bei den Besetzungsverantwortlichen gerade ein bisschen mehr Mut gezeigt wird. Natürlich muss ich einerseits auch prominent besetzen, aber immer wieder auch ganz unbekannte Schauspieler. Ich mache gerade einen „Tatort“, wo ich mit ganz frischen Vorschlägen komme und auch von der Produktion und der Regie ganz klar gebrieft wurde, dass ich das so machen soll. Das finde ich sehr spannend. Sicher ist es nicht immer gleich die Hauptrolle, aber auch wenn es Zwei- oder Drei-Tages-Rollen sind, die auf diese Weise besetzt werden, ist das wunderbar. Die Regisseure sind offener geworden. Studenten empfehle ich, auch an den Filmhochschulen ihre Unterlagen zu haben. Gerade junge Regisseure sind dankbar, wenn sie so dazu kommen, mit Schauspielern zu arbeiten.

Noch eine andere Sache: Als ich mit Casting angefangen habe, da hat man über Schauspieler gelacht hat, die Werbung gemacht haben oder die in gewissen Formaten gespielt haben. Als die ersten Telenovelas rausgekommen sind, da hab ich gesagt: Um Gottes Willen, Telenovelas, wer spielt in so was mit?

Heutzutage bin ich froh, dass es diese Formate gibt, weil sie den meisten von euch Arbeit geben. Kein Schauspieler braucht sich heute zu schämen, wenn er in einer Telenovela spielt oder Werbung oder eine Messemoderation macht. Das ist heute mehr als legitim. Auch für bekannte Leute. Also schämt euch nicht dafür, macht euren Job!

Publikum: Die ganzen Life Soaps, das sind ja gar keine Schauspieler.

Uwe Bünker: Ich habe gerade einem Schauspieler davon abgeraten, bei einer Realityshow mit zumachen, also das ist wirklich was anderes.

Ulla Skoglund: Aber schauen wir doch mal auf die Telenovela „Sturm der Liebe“, da ist wirklich keiner von den Hauptdarstellern in der Versenkung. Henriette Richter-Röhl etwa hat ein Jahr „Sturm der Liebe“ gespielt und hat jetzt eine tolle Rolle: „Wilde Wellen“ fürs  ZDF, eine Art Krimi, hätte sie, nehme ich stark an,  nie gekriegt ohne diese Sache. Ich finde, solche Angebote muss jeder individuell für sich prüfen. Perspektivisch wie punktuell.

Fotos: Philipp Plum

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